Jüngstes
Crivitz am 23. Februar 2026: Schon beinahe fester Bestandteil ist die Eröffnung im Gestüt Terra Nova der Abfohlsaison durch unsere jetzt bereits 23-jährige Prämienstute Marjellchen TN. Sie ist wohl eine der letzten, wenn nicht sogar die letzte zuchtaktive Tochter unseres einstigen Hauptvererbers Marduc. Wie schon in den vergangenen drei Jahren ist auch dieses Stutfohlen aus der Bedeckung mit unserem Elitehengst Le Chevalier TN entstanden – wie stets augenfälliger Beweis einer absoluten Passerpaarung. Maßgeblich hierfür ist wohl u. a. die gewollte Inzucht auf Marduc. Und auch, wenn man die Ahnentafel weiter zurückverfolgt, das dreifache Vorkommen des angloarabischen Jahrhunderthengstes Ramzes x. Ein Hengst, der wie kein anderer, die Sportpferdezuchten der Welt mit seinem züchterischen Einsatz über das Gestüt Vornholz des Clemens Freiherr von Nagel-Doornick maßgeblich beeinflusste.
Das diesjährige Stutfohlen zeigt eine große Ähnlichkeit mit ihren drei Vollgeschwistern Mon Ami, Marquis und Majolika. Allen gemeinsam ist eine enorme Größe, ein ausgeprägter Widerrist, starke Gelenke, ein gut aufgesetzter Hals, ein kurzer tragfähiger Rücken und eine lange, mäßig geneigte Kruppe: Also alles Gebäudemerkmale, die eine gute spätere Reiteignung versprechen.
Die kleine, bunte Fuchsstute soll den Namen Marjella TN erhalten, in Anlehnung an den Namen ihrer Mutter Marjellchen TN – die ostpreußische, zärtliche Bedeutung für Mädchen.
Der dornige Weg zur Elite
Schon als Fohlen versetzte der auffällige, frühreife bunte Fuchs uns in Angst und Schrecken, denn er ließ es sich nicht nehmen, des Öfteren auf der Weide die anderen Stuten zu probieren. Schließlich ließ eine der ansonsten gutmütigen Mütter es sich nicht mehr gefallen, schlug nach dem lästigen Bürschchen und traf ihn unglücklich am Kopf. Die Folge war eine stark blutende, klaffende Wunde und ein Loch im Nasenbein. Wir waren auf das Schlimmste gefasst, als wir ihn in die Tierklinik nach Schwerin brachten. Dr. Rickert sah das alles nicht so eng: er spülte die Knochensplitter heraus und nähte die Wunde zu. Der kleine Hengst steckte das alles gut weg und schon nach ein paar Tagen übernahm Christine die weitere Nachsorge zu Hause. Schon damals bewies Le Chevalier TN seine Härte. Es blieb nur eine sichtbare Delle zurück.
Aufzucht, erfolgreiche Teilnahme am Fohlenchampionat in Graditz und dann die Körung in Neumünster als bester Halbblüter (Eberhard-von-Velsen-Gedächtnispreis) absolvierte er mit Bravour. Nach Aussage eines der Körkommissare war das Körurteil einstimmig und zu keiner Zeit umstritten. Während des ersten Deckeneinsatzes im Gestüt Heidekrug gewann er dort scheinbar wie nebenbei die Nurmiprüfung unter einem ihm völlig fremden Reiter. Danach ging es zur Vorbereitung für die Hengstleistungsprüfung in den Ausbildungsstall des mehrfachen mecklenburgischen Landesmeisters in Vielseitigkeit Andreas Brandt und gewann unter ihm mit Abstand die anspruchsvolle Hengstleistungsprüfung des ZSAA (Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung) in Marbach.
Anders als vorher in Aussicht gestellt wurde dieser Prüfung durch den Trakehner Verband nicht anerkannt. Somit ist Le Chevalier seitdem gekörter und geprüfter Prämienhengst alleinig beim ZSAA in der Abteilung „Deutsches Edelblutpferd Trakehner Abstammung“. Wie vorausschauend die Zuchtleitung dieses Verbandes arbeitet, zeigen weitere Beispiele aus der Trakehner-Zucht gerade für höher im Blut stehende Pferde wie Herzensbrecher, Prothory oder Polartanz. Solchen blutgeprägten Pferden ist diese Hengstleistungsprüfung auf den Leib geschrieben.
Der Zuchteinsatz des Hengstes erfolgt im Natursprung und ist dadurch entsprechend begrenzt. Den ersten Zuchterfolg verzeichnete Stephanie Herken-Wendt mit einem braunen Stutfohlen aus der Herzensfreude, Mutter des Elitehengstes Herzensbrecher. Hans Werner Paul, unvergessenes Urgestein der Trakehner-Zucht und früheres Mitglied der Körkommission, zeigte sich begeistert von diesem zukunftsweisenden Stutfohlen.
Die Zuchtleitung des ZSAA vergab die höchstmögliche Fohlenprämie (3 Sterne). Im Laufe der Jahre folgten weitere hochbewertete Fohlen, darunter mehrere 3‑Sterneprämien. In den vielbesuchten Fohlenschauen unseres Gestüts lief seine Nachzucht ausnahmslos in den Prämienrängen. Dieses führte auf unserer jüngsten Fohlenschau am 27. September 2025 zur Verleihung des Titels Elitehengst für Le Chevalier TN.
Der Vorsitzende des ZSAA, Herr Ahmed Al Samaraie, und Frau Dr. Sylvia Hagen erklärten vor vielzähligem Publikum, daß der Hengst sich dieses durch gute Eigenleistung und sehr hohe Bewertung seiner Vererbung verdient habe – für den noch relativ jungen Hengst eine hohe Anerkennung und für uns eine große Freude. Zudem bewerten wir vom Gestüt Terra Nova dieses als Bestätigung unserer jahrelangen Zuchtphilosophie: Erhalt kleinerer, seltener Blutlinien der Trakehner-Zucht und damit entgegen dem derzeitigen Mainstream.
