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In den Morgenstunden des 10. April fohlte die Fuchsstute Sancisca TN ihr Erstlingsfohlen, welches natürlich von unserem Elitehengst Le Chevalier TN abstammt. Wie zu erwarten, ist dieser kleine Hengst ein bunter Fuchs, äußerst typvoll und stark fundamentiert. Beide Familien der Eltern sind seit mehreren Generationen bei uns zu Hause. Das Fohlen ist ein wahrhaftes Eigengewächs des Gestüts Terra Nova: Es ist die Verbindung der Stutenfamilien der Prämienstute Marjellchen TN und der Elitestute Lajana. Diese seit mehreren Jahren praktizierte Verbindung war in der Vergangenheit durch die Qualität ihrer Fohlen immer erfolgreich. So auch schon in diesem Jahr, denn Großmutter Marjellchen führt ihr viertes Fohlen von Le Chevalier. In diesem Fall jedoch bringt Sancisca TN über ihren Vater San Patriano I besondere Leistungsgene mit. Denn dieser, leider nur für kurze Zeit in der Zucht befindliche Ganschower Hengst, ist ein Sohn des Elitehengstes Sancisco. Dieser durchlief unter Ronald Lüders eine hocherfolgreiche Dressurkarriere, bevor er für einen Sensationspreis verkauft wurde und dadurch aus der Zucht ging. Die Eigenleistung dieses Oldenburgers ist schon bedeutend und erklärt sich von selbst aus seiner Abstammung (Sandro Hit–Rohdiamant). Die mütterliche Abstammung des San Patriano I ist nicht minder wertvoll und selten.
Seine Mutter, die Staatsprämienstute Pintana, ist eine Tochter des Elitehengstes Pinatubo (Linie des Pik As xx) und der Staatsprämienstute Montana von Elitehengst Monjul (Linie des Modus xx), im weiteren fallenden Stamm die in der Hannoveraner Zucht inzwischen ausgestorbene Linie des Julius Cäsar xx. Diese hochkarätige Abstammung des San Patriano I und auch seines Vollbruders San Patriano II macht es umso bedauerlicher, dass beide Hengste nach Amerika verkauft wurden.
Bemerkenswert in der Abstammung des jetzt geborenen Hengstfohlens Santorin TN ist der genetische Hintergrund, der entscheidend für seine Zukunft und Leistungsaussage ist.
Er wird bestimmt durch zuchtprägende Eliten wie zum Beispiel Cavallieri xx, Sandro Hit, Pik As xx, Modus xx, Pilot, Ramiro, dem polnischen Trakehner Halbblüter Depozyt von Trojnat xx, Birkhahn xx, allein viermal den überragenden Ramzes x und auch hier die Konsolidierung auf unseren Elitehengst Marduc. Santorin TN ist durch Typ, Farbe und Abzeichen ein echter Hingucker und Liebling aller Besucher.
Am frühen Abend des 7. April fohlte unsere Stute Lamara TN ein Hengstfohlen von dem Rapphengst Finckenstein TSF, der zur Zeit als Landbeschäler zur Hengstriege des Landgestüts Redefin gehört. Der typvolle Sohn des seiner Zeit unter Hans Jürgen Armbrust gefeierten Bundeschampionatssiegers Latimer aus der Hengstlinie des Vollblüters Neuquen xx, war ein hocherfolgreiches internationales Grand Prix-Dressurpferd unter der dänischen Reiterin und Besitzerin Rikke Svane, bevor er wieder nach Deutschland in den Deckeinsatz zurückkehrte. Finckenstein ist ein schönes Beispiel, wie zweischneidig ein Werdegang für den Zuchteinsatz sein kann. Er wurde nicht in Neumünster sondern in Wickrath gekört und er ging dann in ausländischem Besitz direkt in den Sport. Zunächst schien er wie in der Versenkung verschwunden. Die daraus resultierenden erheblich verminderten Bedeckungszahlen sind sehr bedauerlich für diesen sporterfolgreichen und wertvoll gezogenen Hengst. Dies ist noch zusätzlich zu betonen, da er als fern vom heutigen züchterischen Mainstream gelten kann und dadurch eine seltene dringend notwendige Alternative darstellt.
Unser Le Roi TN ist so, wie wir es erhofft hatten und entspricht ganz dem Exterieur eines Trakehner Dressurpferdes. Äußerst typvoll springen als erste Eindrücke Größe, Langbeinigkeit, Halsaufsatz, Fundamentkorrektheit sowie Stärke in die Augen. Er erinnert in seinem Aussehen stark an Latimer. Seine Ahnentafel verspricht viel, denn es sind eine ganze Reihe von Vererberlegenden für die Dressurpferdezucht vorhanden: zum Beispiel Latimer, Kennedy, Mackensen, Biotop, Hohenstein und wie bei fast allen unseren Pferden eine Konsolidierung auf den unvergessenen Elitehengst Marduc. Seine Mutter die schwarze Goldschmidt-Tochter Prämien- und Staatsprämienstute Lamara TN, selbst eine Tochter der Lavinia TN von Karo As–Marduc–Mahon–Maharadscha, war Siegerin ihrer Stutenleistungsprüfung in Hannover. Sie hat in den vergangenen Jahren ihre Vererbungskraft mehrfach unter Beweis gestellt, indem sie ausnahmslos hochprämierte Fohlen von verschiedenen Hengsten stellte. Wir sind sicher, dass auch dieses Rappfohlen sich in diese Qualitätsfolge einreihen wird.
Pünktlich zum errechneten Datum fohlte Hoheit TN, neben Soraya TN, die zweite Domhardt-Tochter aus Sarahs Gespann. Ein Hengstfohlen von unserem Elitehengst Le Chevalier TN erblickte am 18. März erstmals das Licht der Welt. Ihr erstes Fohlen ist ebenfalls ein äußerst typvoller bunter Fuchs geworden. Auch hier lässt sich die dominante Vererbung des Vaters beobachten. Dieser kleine Hengst weist die typischen Merkmale nahezu aller Kinder Le Chevaliers auf: ein schönes Gesicht mit großen Augen, gut aufgesetzter, sich zum Genick hin verjüngender Hals, Widerrist weit in den Rücken reichend, ein tragfähiger Rücken und eine lange schrägabfallende Kruppe bestimmen die Oberlinie. Man mag sagen, wie aus dem Lehrbuch. Die Fundamente sind entsprechend des Exterieurs der Mütter natürlich auch variabel. Einen wahren Kontrast zu dem unmittelbar davor geborenen Hengstfohlen Bergaz TN der Bandora TN bildet dieser, wie die Mutter, sehr edle Hüon TN.
Die braune Hoheit TN entspringt der kleinen Stutenfamilie der 1937 geborenen Halbblutstute Harfa von Parademarsch xx. Diese Rappstute wurde in dem masurischen Dorf Bärengrund, Kreis Treuburg, geboren. Der bäuerliche Züchter Niedwetzki verkaufte sie, wie das in Ostpreußen üblich war, an den Großgrundbesitz zur Aufzucht, in diesem Fall an die Gräflich Dönhoffsche Gutsverwaltung Skandau.
Die gesamte Familie der Domhardt-Tochter Hoheit TN liegt auf der Linie, die wir schon immer verfolgen: den Erhalt seltener Abstammungen der ostpreußischen Warmblutzucht. Weiter im fallenden Stamm ist die Mutter Hoheits, Holiday TN von Tanzmeister I und der Harogna von Arogno – Pregel – Cortez – Centurio. Typprägend bei Hoheit ist wohl die Inzucht auf den zu seiner Zeit als Ausnahmehengst geltenden Halbblüter Elitehengst Arogno von Flaneur und der irischen Elitestute Arcticonius xx und weiter zurückliegend natürlich das mehrfache Vorkommen des Trakehner Hauptbeschälers Fetysz ox. Auch bei unserem Hüon haben wir die vielfach bewährte, über Le Chevalier eingebrachte Konsolidierung auf unseren früheren Hauptvererber Elitehengst Marduc.
Nun ist es da, das mit Spannung erwartete Fohlen der Schimmelstute Bandora TN kam am 11. März zur Welt. Ein bunter Fuchshengst – schon fast ein Markenzeichen des elitären Vaters Le Chevalier TN – ist es geworden. Wenn man von großen Fohlen sprechen will: dieses ist eines. Bandora mußte sich sehr quälen, bis ihr erstes Fohlen schließlich im Stroh lag. Die Züchterin Sarah verfolgte die Geburt per Überwachungskamera aus dem fernen Weimar mit. Die Schimmelstute hat eine für unser Gestüt Terra Nova, inzwischen wohl auch für die gesamte Trakehner Zucht, Outcrossabstammung. Sie ist eine Tochter des Halbblüters Starway von Star Regent xx und der Bergsee II von Marduc und der Bergland von Bukephalos – Pedro – Gabriel – Totilas. Dieser mittlerweile echte Raritätenstamm der Bergfriede von Schattenriß hat in der Vergangenheit, neben einigen Hengsten, reihenweise Sportpferde hauptsächlich für Springen und Vielseitigkeit bis in die höchsten Klassen hervorgebracht. Gerade erst auf der letzten Körung des Trakehner Verbandes machte diese Abstammung durch den vielbeachteten Publikumsliebling Beeten von Allens (heute als Warendorfer Landbeschäler Bartenstein) auf sich aufmerksam. Ein Hengst, der entsprechend seiner Abstammung als bester Springhengst ausgezeichnet wurde und für ausgesprochene Doppelveranlagung (eben für ein ‚Bäten von Allens‘) steht.
Der jüngste Spross dieser leider selten gewordenen Stutenfamilie Bergaz TN zeigt sich vom ersten Moment an durch sofortige energische Aufstehversuche sehr vital. Der erste Eindruck: ein auffallendes enorm starkes Fundament, eine gefällige Oberlinie mit einem gut aufgesetzten Hals und einem klaren Trakehner Rassetyp. Seine Abstammung kommt dem Zuchtziel des ZSAA (Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung) eines blutgeprägten Reitpferdes entgegen. Drei Halbblüter sind prägend, gerade unter Leistungsaspekten, für dieses hoffnungsvolle jüngste Mitglied der Bergfriede-Dynastie:
Le Chevalier TN von Cavalleri xx (Zufall? auch Bartenstein ist aus einer Cavalleri xx-Mutter), Starway von Star Regent xx (Zufall? auch Andreas Dibowskis Olympiapferd Butts Leon stammt von Star Regent xx) und Bukephalos dessen Mutter die Irin Ballyvergin Lady xx ist. Bemerkenswert ist auch hier die Inzucht auf unseren ehemaligen Hauptvererber Elitehengst Marduc, der über seine Mutter unverzichtbares arabisches Blut einbringt.
Wir denken, Bergaz TN könnte eine Bereicherung für das Deutsche Edelblut Trakehner Abstammung beim ZSAA sein. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die erwarteten Bewegungsmöglichkeiten sich bestätigen.
Crivitz am 23. Februar 2026: Schon beinahe fester Bestandteil ist die Eröffnung im Gestüt Terra Nova der Abfohlsaison durch unsere jetzt bereits 23-jährige Prämienstute Marjellchen TN. Sie ist wohl eine der letzten, wenn nicht sogar die letzte zuchtaktive Tochter unseres einstigen Hauptvererbers Marduc. Wie schon in den vergangenen drei Jahren ist auch dieses Stutfohlen aus der Bedeckung mit unserem Elitehengst Le Chevalier TN entstanden – wie stets augenfälliger Beweis einer absoluten Passerpaarung. Maßgeblich hierfür ist wohl u. a. die gewollte Inzucht auf Marduc. Und auch, wenn man die Ahnentafel weiter zurückverfolgt, das dreifache Vorkommen des angloarabischen Jahrhunderthengstes Ramzes x. Ein Hengst, der wie kein anderer, die Sportpferdezuchten der Welt mit seinem züchterischen Einsatz über das Gestüt Vornholz des Clemens Freiherr von Nagel-Doornick maßgeblich beeinflusste.
Das diesjährige Stutfohlen zeigt eine große Ähnlichkeit mit ihren drei Vollgeschwistern Mon Ami, Marquis und Majolika. Allen gemeinsam ist eine enorme Größe, ein ausgeprägter Widerrist, starke Gelenke, ein gut aufgesetzter Hals, ein kurzer tragfähiger Rücken und eine lange, mäßig geneigte Kruppe: Also alles Gebäudemerkmale, die eine gute spätere Reiteignung versprechen.
Die kleine, bunte Fuchsstute soll den Namen Marjella TN erhalten, in Anlehnung an den Namen ihrer Mutter Marjellchen TN – die ostpreußische, zärtliche Bedeutung für Mädchen.
Der dornige Weg zur Elite
Schon als Fohlen versetzte der auffällige, frühreife bunte Fuchs uns in Angst und Schrecken, denn er ließ es sich nicht nehmen, des Öfteren auf der Weide die anderen Stuten zu probieren. Schließlich ließ eine der ansonsten gutmütigen Mütter es sich nicht mehr gefallen, schlug nach dem lästigen Bürschchen und traf ihn unglücklich am Kopf. Die Folge war eine stark blutende, klaffende Wunde und ein Loch im Nasenbein. Wir waren auf das Schlimmste gefasst, als wir ihn in die Tierklinik nach Schwerin brachten. Dr. Rickert sah das alles nicht so eng: er spülte die Knochensplitter heraus und nähte die Wunde zu. Der kleine Hengst steckte das alles gut weg und schon nach ein paar Tagen übernahm Christine die weitere Nachsorge zu Hause. Schon damals bewies Le Chevalier TN seine Härte. Es blieb nur eine sichtbare Delle zurück.
Aufzucht, erfolgreiche Teilnahme am Fohlenchampionat in Graditz und dann die Körung in Neumünster als bester Halbblüter (Eberhard-von-Velsen-Gedächtnispreis) absolvierte er mit Bravour. Nach Aussage eines der Körkommissare war das Körurteil einstimmig und zu keiner Zeit umstritten. Während des ersten Deckeneinsatzes im Gestüt Heidekrug gewann er dort scheinbar wie nebenbei die Nurmiprüfung unter einem ihm völlig fremden Reiter. Danach ging es zur Vorbereitung für die Hengstleistungsprüfung in den Ausbildungsstall des mehrfachen mecklenburgischen Landesmeisters in Vielseitigkeit Andreas Brandt und gewann unter ihm mit Abstand die anspruchsvolle Hengstleistungsprüfung des ZSAA (Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung) in Marbach.
Anders als vorher in Aussicht gestellt wurde dieser Prüfung durch den Trakehner Verband nicht anerkannt. Somit ist Le Chevalier seitdem gekörter und geprüfter Prämienhengst alleinig beim ZSAA in der Abteilung „Deutsches Edelblutpferd Trakehner Abstammung“. Wie vorausschauend die Zuchtleitung dieses Verbandes arbeitet, zeigen weitere Beispiele aus der Trakehner-Zucht gerade für höher im Blut stehende Pferde wie Herzensbrecher, Prothory oder Polartanz. Solchen blutgeprägten Pferden ist diese Hengstleistungsprüfung auf den Leib geschrieben.
Der Zuchteinsatz des Hengstes erfolgt im Natursprung und ist dadurch entsprechend begrenzt. Den ersten Zuchterfolg verzeichnete Stephanie Herken-Wendt mit einem braunen Stutfohlen aus der Herzensfreude, Mutter des Elitehengstes Herzensbrecher. Hans Werner Paul, unvergessenes Urgestein der Trakehner-Zucht und früheres Mitglied der Körkommission, zeigte sich begeistert von diesem zukunftsweisenden Stutfohlen.
Die Zuchtleitung des ZSAA vergab die höchstmögliche Fohlenprämie (3 Sterne). Im Laufe der Jahre folgten weitere hochbewertete Fohlen, darunter mehrere 3‑Sterneprämien. In den vielbesuchten Fohlenschauen unseres Gestüts lief seine Nachzucht ausnahmslos in den Prämienrängen. Dieses führte auf unserer jüngsten Fohlenschau am 27. September 2025 zur Verleihung des Titels Elitehengst für Le Chevalier TN.
Der Vorsitzende des ZSAA, Herr Ahmed Al Samaraie, und Frau Dr. Sylvia Hagen erklärten vor vielzähligem Publikum, daß der Hengst sich dieses durch gute Eigenleistung und sehr hohe Bewertung seiner Vererbung verdient habe – für den noch relativ jungen Hengst eine hohe Anerkennung und für uns eine große Freude. Zudem bewerten wir vom Gestüt Terra Nova dieses als Bestätigung unserer jahrelangen Zuchtphilosophie: Erhalt kleinerer, seltener Blutlinien der Trakehner-Zucht und damit entgegen dem derzeitigen Mainstream.












