Starway

In den Jah­ren 2012 und 2013 deck­te bei uns als Nach­fol­ger des lei­der sehr früh aus­ge­schie­de­nen Hengs­tes Benz der sehr inter­es­sant gezo­ge­ne Halb­blü­ter Star­way. Für den 1988 im Gestüt Hör­stein als Sohn des iri­schen Voll­blü­ters Star Regent xx gezo­ge­nen Hengst soll­te zunächst eine Kar­rie­re als Viel­sei­tig­keits­pferd unter Ingrid Klimp­ke im Vor­der­grund ste­hen, die auch sehr hoff­nungs­voll begann.

Die Hengst­leis­tungs­prü­fung been­de­te er in einem 53-köp­fi­gen Feld als Drit­ter in der Leis­tungs­klas­se I. Es folg­ten:

  • 1993: der 3. Platz im Tra­keh­ner-Gelän­de­pfer­de-Cham­pio­nat
  • 1994: Bron­ze beim Bun­des­cham­pio­nat nach gewon­ne­ner Ein­lauf­prü­fung und der 2. Platz in der Eig­nungs­prü­fung des Fina­les
  • 1994: Sieg mit gro­ßem Abstand im Vitor-Cup
  • 1995: Sieg im Gelän­de­pfer­de-Cham­pio­nat des Bun­des­tur­niers
  • 1995: Qua­li­fi­ka­ti­on für das Bun­des­cham­pio­nat

Dann – ein Trüm­mer­bruch der lin­ken Knie­schei­be im Trai­ning been­de­te jäh die stei­le Sport­kar­rie­re des Hengs­tes. Ein lan­ger Kli­nik­auf­ent­halt mit zwei­fel­haf­tem Aus­gang folg­te. Aber auch hier bewies Star­way sei­ne gro­ße Här­te und einen abso­lu­ten Lebens­wil­len. 
    Wir sind der Fami­lie Schmidt­lein vom Gestüt Hei­de­ka­ten sehr dank­bar, dass sie uns die­sen züch­te­risch so wert­vol­len Hengst über­las­sen hat. Nach­dem wir sei­ne Nach­zucht im dor­ti­gen Gestüt gese­hen hat­ten, waren wir von sei­ner posi­ti­ven Ver­er­bung über­zeugt. Er stell­te trotz gerin­ger Deck­zah­len mit Exclu­siv und Pep­per & Salt (Sie­ger sei­ner Hengst­leis­tungs­prü­fung) unter ande­rem zwei gek­ör­te Söh­ne.

Unter sei­nen Töch­tern ragt Star­let VIII her­aus, Lan­des­sie­ge­rin von Hes­sen 2001, die im glei­chen Jahr auch ihre Stu­ten­leis­tungs­prü­fung gewann. Über Star Regent xx ist Star­way übri­gens auch nah mit Andre­as Dibow­skis Olym­pia­pferd Butts Leon ver­wandt. Star­way, voll­blut­ge­prägt von sei­nem Vater, ent­springt einer der ein­fluss­reichs­ten und frucht­bars­ten Stu­ten­fa­mi­li­en der Gesamt­zucht: die der Schwind­le­rin von Ali­baba (Elx­nat-Hohen­kir­chen frü­her Scheunenort/Skunsgirren in Ost­preu­ßen). Aus die­sem Züch­ter­stall und auch aus Star­ways Mut­ter­li­nie stammt eben­falls Ingrid Klimp­kes Erfolgs­mi­li­ta­ry­pferd Sea­coo­kie TSF von Heli­kon xx.

Die Mut­ter­li­nie der Schwind­le­rin, die selbst bis ins hohe Alter äußerst frucht­bar in der Zucht stand, ist eine der quan­ti­ta­tiv und qua­li­ta­tiv bedeu­tends­ten Fami­li­en der Gesamt­zucht. Zahl­rei­che gek­ör­te Hengs­te und bedeu­ten­de zucht­prä­gen­de Stu­ten haben hier ihren Ursprung. Der Gey­sir-Sohn Saturn mach­te mit dem Sieg bei sei­ner Körung 1963 den Anfang. Neben zahl­rei­chen ande­ren gek­ör­ten Hengs­ten waren auch Sleip­nir und See­ad­ler Sie­ger ihrer Körun­gen. Der heu­te so popu­lä­re Spit­zen­hengst Schwarz­gold ist zum Bei­spiel aus einer See­ad­ler-Mut­ter gezo­gen. Auch ande­re Zucht­ver­bän­de mach­ten sich die­se Gene­tik zu Nut­ze, so hat der lack­schwar­ze Han­no­ve­ra­ner Dres­sur­hengst Finest des Gestüts WM sei­ne Wur­zeln in der Fami­lie der Schwind­le­rin.
    Star­ways Mut­ter, die Hör­stei­ner Eli­te­stu­te Sere­na­de, ist eine Toch­ter des Dun­kel­fuchs­hengs­tes Elfen­glanz von Magnet (Mut­ter­li­nie der Elfe von Ada­mas ox). Mathi­as Beck (ehe­mals Euro­p­adres­sur­meis­ter der Junio­ren) bau­te mit Elfen­glanz beim Olym­pia­de­ko­mi­tee eine Dres­sur­lauf­bahn auf, die bis in die höchs­te Klas­se erfolg­reich war. Wei­ter im fal­len­den Stamm fin­det man in der Haupt­sa­che Hengs­te aus den geret­te­ten Haupt­ge­stüts­fa­mi­li­en: Zum Bei­spiel Herbst­sturm (Ver­bin­dung der Koket­te- und der Herbst­zeit-Fami­lie), Gey­sir (Ver­bin­dung der Dampf­ross-Toch­ter Ali­can­te und der Gol­del­se-Fami­lie), den Ara­rad-Sohn Ali­baba oder den Voll­blü­ter Para­dox.

Zucht auf Leis­tung ist eben kein Zufall, wenn die Grund­la­ge dafür vor­han­den ist. Wir den­ken, wir hat­ten sie mit Star­way. 2014 – in die­sem Jahr konn­ten wir die bei­den letz­ten Foh­len von Star­way vor­füh­ren. Die Hoff­nung, ihn noch eini­ge Jah­re nut­zen zu kön­nen, erfüll­te sich lei­der nicht, denn der Hengst ging zu Beginn sei­nes 26. Lebens­jah­res Anfang Janu­ar 2014 ein.

Infol­ge der nur sehr kur­zen Nut­zung Star­ways in unse­rem Gestüt wur­den von ihm abstam­mend nur drei, dabei aber gute Stu­ten gebo­ren. Lavi­ta­na aus der Karo As-Toch­ter Lavi­nia konn­ten wir in gute Hän­de nach Bay­ern geben. 2026 kam von unse­rer zwei­ten Star­way-Toch­ter Ban­do­ra (Mut­ter von Mar­duc-Buke­pha­los) aus der Berg­frie­de-Fami­lie ihr ers­tes Foh­len über­haupt zur Welt: Bergaz TN, ein Sohn Le Che­va­liers. Die drit­te Stu­te ist Lakant­a­ra, eine sehr typ­vol­le müt­ter­li­che Halb­schwes­ter unse­res Hengs­tes Le Che­va­lier.

Wenn man sich wie wir den Erhalt alter bewähr­ter Gene auf die Fah­ne geschrie­ben hat, kann es beim Ein­satz älte­rer Hengs­te lei­der vor­kom­men, dass die­se mit­un­ter nicht lan­ge genutzt wer­den kön­nen. Star­way hat sich in unse­rer Stu­ten­her­de ver­ewigt und dadurch unver­gess­lich gemacht.

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